Herbst

Der Herbst hat seine
Seiten aufgeschlagen.
Derweil die Winde
bunte Blätter jagen,
schenkt er dem Weinberg
seinen eignen Glanz.

Die Jahre, einst von
Leichtigkeit getragen,
mit Augenblicken,
die nicht nach dem
Nutzen fragen,
sie werden träger und
die Zeit verschlingt sie ganz.

Du suchst die warmen Tage
im Kalender,
der Wind hat sie ins
Niemandsland entführt.
Sie haben ihren Weg
schon lang passiert.
Gelassenheit blüht jetzt
an seinen Rändern.

Gerti Kurth

Herbst

Ich hab des Herbstes bunte Früchte
mit ihren Düften heimgetragen
ins Sommerhaus, das schon im Schatten liegt.

Und in die Schürze sorgsam eingehüllt
trag ich der Wälder golddurchwirkte Farben
zu einem Heim, das meine Träume wiegt.

Dein Lächeln vor dem Haus, die letzte Rose
die du mir schenkst, bevor es Abend wird,
hat meine Angst vor Kälte und meine Traurigkeit besiegt.

© Gerti Kurth

Zeit

Zeit
zwängst  mich ein
zerrst an mir
lässt mich nicht atmen
legst mich in Ketten
reisst mich mit.

Zeit 
will baden in dir
anlegen im Sturm
zu mir finden
Zeit
sei nicht Feind
sei mir Geschenk.

gerti kurth
 
Der Wind

Es ist der Wind
der mich hinaufträgt
zu den Möwen
der auffängt
wenn die Freude
Purzelbäume schlägt.

Es ist der Wind
der mir mit
rauer Zärtlichkeit
durchs Haar fährt
wenn  sich das Auge
niederlässt.

Es ist der Wind
der mich begleitet
der Felsenhänge streichelt
und  mit dem Meer
sich brüderlich vereint.

Es ist der Wind
ein Wehen und ein Mahnen
ein über Hänge gleiten
und auf den Wellen reiten
ruhelos und wild. 

Gerti Kurth

Gerti Kurth

Sturm- und Drangzeit

  Du hast die Kindheit 
abgestreift wie einen Kokon.
Mit dem leichten Flügelschlag
der Jugend,
tauchst du ein ins schillernde Leben,
badest im Necktar weiblicher Süße
und flatterst wieder davon.

Für kurze, unvergessliche Momente
bist du der König aller Rosenblüten.

Gib acht mein Sohn!
Verbrenn dir nicht die Flügel
im grellen Licht der Eitelkeit.
Die Zeit des Höhenflugs ist nicht von Dauer. 

  © Gerti Kurth




Die Suche nach Inspiration

Geistiges Durcheinander.
Worthülsen unfertig,
zerrissen, ohne Sinn.

Bildhafte Schatten
schemenhaft
verfangen im Netz

der Wortlosigkeit.
In deren Öde
sich wiederholen,
gedankenlos scheitern.

Ein Aufbäumen, kämpfen
erfolglos suchen,
Am Ende habe ich verloren..

gerti kurth
Anfang und Ende

Der Morgen wird
vom Abend begleitet,
In der Wiege hält
sich der Tod  bereit.
Und mittendrin
das warme Leben
zwischen noch nicht
und doch schon bald.

Der Anfang atmet 
schon das Ende,
auch wenn die Welt
in Blüte steht.
Der Tag verliert sich
an die Wende
bevor er wieder aufersteht.
Und jede Stunde, jeden Tag
leg ich in Gottes Hände.

Gerti Kurth 


Nicht loslassen....

Nicht loslassen
die Hand,
die Heimat ist
für eine streunende Seele.

Festhalten
die Leiter,
deren Sprossen
zerschlissene Stunden birgt.

Hochsteigen
den Berg,
wo Erinnerungsfäden
Vergangenes festhalten.

Wiederfinden
mich selbst,
den Blick nach vorn,
doch in den Fußstapfen von dir.

 © Gerti Kurth