Du dort....

Du dort
ich hier.
Lass uns die Farben mischen,
dann wird daraus
ein Wir. 

 © Gerti Kurth


Hinter den Wolken
Wärme erspüren,
dem Wind zärtliche 
Botschaften mitgeben.

Nicht mehr warten
auf das Licht
hinter dem Horizont.
Den Schritt vor die
Tür setzen.

In der Vielfalt 
des Lebens
das Körnchen Glück
 finden für die
verbleibenden Tage.

 © Gerti Kurth

Foto Gül Kocher
 
 Wortsuche


ich sammle Worte 
aus dem Überfluss
und hefte sie ans 
nackte Blatt.
Sie springen
ins Auge,
werden reale 
Aufreißer. 

Zusammengefügt
ein Resultat der
Neuschöpfung.

Wortreich.

 © Gerti Kurth

Foto gugue
In dieser Zeit....

In dieser Zeit
siehst du das Wasser
aufwärts fließen,
du kämpfst mit
Seidenfäden gegen
Wände aus Beton.

Doch irgendwann
steigst du heraus
aus Grabestiefen
der fahle Mond
bei Nacht kann
nicht mehr drohn.

Denn irgendwann
trägt dich ein Adler weiter
auf Flügeln, die du
früher nie bemerkt.
Du spürst die Kraft
und plötzlich bist du heiter.
 

Das Leben trägt
ein anderes Gesicht.
 © Gerti Kurth




Frühlings-Sonett

Der Winter hat sein kaltes Kleid verloren.
Entführt hat es ein sanfter Frühlingswind.
Derweil die neue Zeit mit Macht beginnt,
wird unter kalter Erde Leben neu geboren.

Die Winterzeit lässt manches ungeschoren,
wenn in der Tiefe jene Kraft entspringt,
mit der sie junges Grün zum Sprießen bringt.
Der Drang nach Leben, er ist nicht erfroren.

Und auch der Mensch zeigt wieder Lustgefühle
Er hat die lahmen Flügel ausgespannt
und streift sie ab, die starre, dunkle Kühle,

die ihn für lange Zeit ins Schattenreich verbannt.
Der Frühling reißt ihn aus der Alltagsmühle
ins sonnenwarme, aufgeblühte Land.

© Gerti Kurth

Foto Glasfischerl






Angelegt

 Endloser Himmel,
schimmernde See.
Der alte Kahn
atmet Stille,
ruderlos.
Er hat angelegt.
Die Arbeit ist getan.

  © Gerti Kurth

 
Lake District

Unsichtbare Riesen schieben
Wolkenberge vor sich her.
Farne, die den Regen lieben
beugen ihre Köpfe schwer.

Zwischen moosbegrünten Steinen
huschen Elfen durch den Wald, 
die Gewänder gläsern scheinen,
durchsichtig ist die Gestalt.

Mystisch steigt ihr weißer Atem
aus den Tiefen übers Land, 
zieht zum See und dort geraten
sie ans Licht mit Geisterhand.

Sonne strahlt auf grüne Wiesen,
Mensch und Schaf sind mittendrin.
Und ich will es recht genießen,
dieses Glück, worin ich bin.

 © Gerti Kurth
Foto Gerti

Foto Gerti